Wer schreibt hier eigentlich?

ProfilbildSieh an, wer sich hierhin verlaufen hat. Ich nehme an, es wäre nun nicht mehr als fair, meine Lebensgeschichte zu erzählen, damit Du eine Idee hast, wer das eigentlich ist, der hier schreibt. Ich werde mich kurz halten, versprochen! Es fing alles vor 500 Jahren an, als eine schwedische Prinzessin einen teutonischen Krieger zum Mann nahm und die Blutlinie der K gründete.

Sie lebten in einem Schloss, weit ab von allen anderen Menschen, wo sie an einem Epos über das Leben und die Träume eines haarigen Töpfers schrieben. Das Buch wurde kaum verkauft, da keiner im Umfeld des Schlosses zu jener Zeit lesen konnte. Als die Prinzessin zur Königin wurde und die Thronfolge gesichert war, ermordete sie ihren Mann heimlich mit einem Gift, das der Schamane um die Ecke geschüttelt – nicht gerührt – hatte. Die Bürger waren außer sich: Was würde eine solche Königin noch schreckliches tun? Sie schrieb einen Bericht über das Leben als Königin und ihre heißblütige Romanze mit dem Earl of Grey. Daraufhin sank die Alphabetisierung im Königreich auf ein Rekordtief. Akademiker verlernten absichtlich das Lesen, um sich dem Texte nicht widmen zu müssen. Seither sind viele Generationen ins Land gegangen, um später in die Stadt zu ziehen. Sie haben allesamt Texte geschrieben. Aus Kriegen und Frieden haben sich die K’s immer herausgehalten, da uns beides zu bürokratisch ist. Wir halten es mit dem amerikanischen Philosophen Ron Swanson: „Ich werde jedem helfen, der nichts tun will. Ich würde die ganze Nach arbeiten, wenn es hieße, das nichts getan würde.“

Seit dem Jahr 1994 lastet nun der gesamte Druck der Familie und die Erbschaft der schwedischen Prinzessin auf meinen Schultern. Werde ich das literarische Erbe einer Familie tragen können, die für die Literatur waren, was Lothar Matthäus für die Literatur war? Es bleibt zu sehen.

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