Inspirationen #1: Conan O’Brien

Im Alter von zarten 16 Jahren sah ich im Jahr 2010 ein Interview eines Schauspielers in einer amerikanischen Late Night Talk Show. An diesem Tag verliebte ich mich in das Format der Late Night Show. Diese Menschen vor den Kameras waren nicht nur die lustigsten Leute im Fernsehen, sondern durften auch noch die wichtigsten Leute auf dem Planeten interviewen, sei es Desmond Tutu, Präsident Obama oder Schauspieler wie Hugh Laurie. Der heilige Gral der Late Night Sendungen in den USA war und ist die Tonight Show, in der ich Conan O’Brien entdeckte. Und ja, meine typische Welle in den Haaren geht auf ihn zurück, soviel bereits jetzt. O’Briens Art, die Szenen um ihn herum zu kommentieren, dabei seine Rolle zu spielen und zwischen nett und böse zu schwanken, war genau nach meinem Humor. Und so begann auch ich, das Geschehen um mich in der Schulklasse zu kommentieren, sehr zur Freude meiner Sitznachbarn. Ich fand im Internet immer mehr Clips von O’Brien, bei der Tonight Show, aber auch bei der Late Night with…, die er 16 Jahre lang moderierte und in der er Talente wie Louis CK, Amy Schumer und Nick Offerman förderte. Das aber änderte sich schlagartig.

Plötzlich gab es keine neuen Clips mehr von O’Brien und er schien wie von der Bildfläche verschwunden. Der Grund: Nach nur 7 Monaten wurde er von seinem Sender NBC aus der Sendung und dem gesamten Programm entlassen. Quoten seien der Hauptgrund, hieß es, doch hinter den Kulissen schien der Grund ein anderer zu sein: O’Briens Vorgänger und Late Night Legende Jay Leno hatte keinen Erfolg in seiner neuen Sendung und wollte zurück in das Format, das er selbst für 17 Jahre erfolgreich moderierte. O’Brien stand dem im Weg, weil weder aus der Sendung ausscheiden wollte, noch einer Zeitverschiebung zustimmte, die der Sendung geschadet hätte. Ein Krieg zwischen NBC und O’Brien brach aus, in dem dieser seine verlorene Lage anerkannte und eine Abfindung für die Vertragsauflösung akzeptierte. Das brachte vielen die Erinnerung an einen alten Krieg, denn eben jener Jay Leno hatte sich die Tonight Show 1992 mit vielen Tricksereien ergattert und David Letterman, den damaligen Late Night with…, seinen sicher geglaubten neuen Job gekostet. Letterman verließ NBC daraufhin ebenfalls. O’Brien und Letterman trafen sich dann im Jahr 2012:

Conan O’Brien verschwand von der Bildfläche, weil sein Vertrag es ihm für 10 Monate verbot, in irgendeiner Form im Fernsehen oder Radio zu erscheinen. Der Generationenwechsel, der 2004 von Leno feierlich angekündigt wurde, schien O’Briens Karriere völlig zerstört zu haben. Als Harvard-Absolvent in Literatur und ehemaliger Writer für die Simpsons würde er zwar einen Job finden, doch die Frage war: Was nun? Nachdem er den Gipfel erreicht hatte und den gesamten Berg hinabgefallen war, wohin sollte er nun gehen? Durch das NBC Embargo hatte er seine bekannten Charaktere verloren und musste von Neuem anfangen. Und das tat er, denn erfand sich selbst komplett neu, änderte seine Show und begann zu touren. Dann entschied er sich, trotz großer Angebote in einen winzigen Sender namens TBS zu wechseln, wo er mit dem neugewonnenen Freiraum fantastische Elemente produzierte und bis heute aktiv ist. Die erste Folge nach er Zwangspause spielte dann mit dem Ende seiner NBC-Karriere:

Letztlich aber ist nicht all dies an ihm inspirierend, sondern wie er damit umging, seinen Traum zu erreichen, um zugleich auch seine größte Angst zu erfahren: Diesen Traum sofort wieder zu verlieren. Conan O’Brien sprach bei einer Uni-Abschlussfeier vor den Studenten der Dartmouth University im Jahr 2011, seine Zitate verstand ich allerdings erst später:

Now, by definition, Commencement speakers at an Ivy League college are considered successful. But a little over a year ago, I experienced a profound and very public disappointment. I did not get what I wanted, and I left a system that had nurtured and helped define me for the better part of 17 years. I went from being in the center of the grid to not only off the grid, but underneath the coffee table that the grid sits on, lost in the shag carpeting that is underneath the coffee table supporting the grid. It was the making of a career disaster, and a terrible analogy.“

There are few things more liberating in this life than having your worst fear realized. Your path at 22 will not necessarily be your path at 32 or 42. One’s dream is constantly evolving, rising and falling, changing course. “

It is our failure to become our perceived ideal that ultimately defines us and makes us unique. It’s not easy, but if you accept your misfortune and handle it right, your perceived failure can become a catalyst for profound re-invention.“

Michael2

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